Verboten gut?
05.05.2026 (18:30)
Unter diesem Motto will die Stadtbücherei mit Besuchern gemeinsam die Frage diskutieren, wie Eltern und Jugendliche mit Social Media umgehen können, wie wir gemeinsam Meinungsfreiheit und Sicherheit im Netz abwägen und wer eigentlich das Netz regiert.
Als erstes Land weltweit hat Australien Ende letzten Jahres ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige beschlossen. Millionen Zugänge von Nutzerinnen und Nutzern dieser Altersgruppe sind seitdem deaktiviert worden. Europäische Staaten, auch Deutschland, diskutieren die Einführung ähnlicher Regelungen. Interesse an der digitalen Teilhabe von Jugendlichen, von Meinungsfreiheit, aber auch die berechtigte Sorge um den Schutz von Jugendlichen im Netz treffen aufeinander. Wir freuen uns sehr, dass wir zum Gespräch über dieses wichtige Thema zwei Experten des Instituts für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum in der Bücherei Langendreer begrüßen können:
Dr. Timo Kaerlein ist Akademischer Rat am Institut für Medienwissenschaft. Er forscht und lehrt zur Geopolitik von Social Media-Plattformen, zur Theorie, Ästhetik und Geschichte von Interfaces und zu Smartphones als digitalen Nahkörpertechnologien. Insbesondere interessiert er sich aktuell für die politischen Auseinandersetzungen um die bei jungen Nutzer*innen besonders beliebte Kurzvideoplattform TikTok.
Jennifer Wermuth ist Doktorandin am Institut für Medienwissenschaft innerhalb des DFG-Forschungsprojekts „Infrastruktur, Ästhetik und Versorgung“. Zuvor entwickelte sie Dokumentarserien-Konzepte zu Themen wie Internet-Fakes und der Verbreitung von Verschwörungserzählungen im Netz.
Zum Einstieg blicken wir auf den aktuellen Stand der Diskussion zu Altersgrenzen und Verboten und fragen: Wie stehen die Zuhörerinnen und Zuhörer dazu?
Timo Kaerlein und Jennifer Wermuth stellen dann medienwissenschaftliche Perspektiven auf die Problematik und mögliche Konsequenzen vor:
- Wie werden Meinungsäußerungen auf Social Media-Plattformen reguliert?
- Welche politischen Auseinandersetzungen gibt es darum?
- Wie kann man eine Perspektive entwickeln, die weder alarmistisch noch verharmlosend ist?
- Was ist die Verantwortung der Social Media-Plattformen? Sehen sie sich als Medienunternehmen?
- Was kann ich selbst - z.B. als Schüler*in - tun, um mich vor Zensur, Desinformation und „Aufmerksamkeitsdieben“ zu schützen?
- Welche Angebote zur kritischen Medienkompetenz gibt es?
Der Abend ist interaktiv angelegt. Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an buechereilangendreer@bochum.de, telefonisch unter 0234 / 8937939 oder in der Bücherei Langendreer.“